Verfasst von: Tim | 22/02/2009

Alltag Internet – eine eigene Welt


(Quellen: der Kanarenexpress, AFP)

Nach einer Zeit mit wenigen Beiträgen habe ich mich heute mal wieder einem großen Thema gewidmet, wessen Rolle stetig weiter wächst: Die virtuelle Welt. Für viele ist das Internet unentbehrlich. Die Zahlen von Internetsüchtigen in Deutschland beläuft sich auf mehrere Millionen. Das sind Menschen, die ihr reales Leben vollkommen durch das virtuelle eingetauscht haben.

Aber das braucht uns nicht wundern, bekommen sie doch im Internet die Bestätigung, die sie im echten Leben nicht bekommen. Sei es durch Ansehen in Onlinespielen oder durch Online-Beziehungen in vielen sozialen Netzwerken oder gar auf Partnerbörsen. Betroffene können sich dort ihr eigenes, interessantes, virtuelles Leben schaffen. Durch die Liebe per Mausklick können sie aus sich selbst einen Prinzen machen und stoßen beim anderen „Onlinegeschlecht“ auf Akzeptanz. Man pflegt den Kontakt regelmäßig via Chat, E-Mail etc. und verliebt sich ohne sich eigentlich zu kennen. Und auch das ist ein Teilaspekt der Onlinesucht. Nunja, der Kontakt vertieft sich und wie in der Realität fühlt man sich immer mehr zueinander hingezogen, bis es zum Online-Sex kommt. Ein Suchtthema über das niemand sprechen will, aber immer mehr an Bedeutung gewinnt. Mittlerweile gibt es sogar schon eine Fachklinik für Online-Sexsüchtige, in welcher den Süchtigen das Internet komplett entzogen wird. Die Entzugserscheinungen dabei sind nicht anders wie bei klassischen Suchtphänomenen.

Das schlimme: Das Internet verfolgt die Betroffenen überall mit hin. Selbst wenn sie mal ihren Schreibtisch verlassen, verlässt sie das Internet durch Notebooks und viel wichtiger Internethandys nie. Sie brauchen „ihre Welt“ also nie verlassen. Somit geht die Kontrolle über das Internetverhalten immer weiter verloren und man verbringt seinen ganzen Tag nur noch im WWW, so wie es für Onlinesüchtige typisch ist.

Schockierend dabei ist, dass vorallem die Jugendlichen betroffen sind, welche sich noch leichter zum Internet verführen lassen und ihre realen Probleme im Internet verschwinden lassen. Im Internet finden sie durch „neue“ Identitäten plötzlich die Kontakte und Erfahrungen, die ihnen in der Realität verborgen bleiben. Schließlich wird sich auch hier in eine virtuelle Welt abgeschottet.

Zudem seien die körperlichen Schäden, die man als Daueruser erleidet, nicht zu vergessen. Verspannungen, Schäden in der Wirbelsäule, Probleme beim Sehen und Übergewicht sind dabei die gängigsten Erscheinungen. Desweiteren kann es bei langem Surfen aber auch zu Dauerstress kommen, welcher sich in Kopfschmerzen und Schlafstörungen wiederspiegelt. Eine eigene Krankheit für Onlinesüchtige ist der sogenannte „Mausarm“, welcher durch ein Dauernutzen der Computermaus hervorgerufen wird. Dabei verkürzt sich die Unterarmstreckmuskulatur und der Sehenansatz am Ellenbogen entzündet sich.

Doch Onlinesüchtige sind nicht hoffnungslos verloren, auch wenn sie alles verlieren: Job, Freunde, Famillie. Es gibt zahlreiche Selbsthilfeforen wie Online-Sucht.de oder die Stiftung Medien und Onlinesucht. Auf diesen Seiten findet man zahlreiche Hilfe und auch Adressen für Kliniken etc., die sich auf das Thema spezialisiert haben. Also, solltet ihr onlinesüchtige Freunde haben, gebt sie nicht auf. Sie sind nur krank. Man kann sie heilen.

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